Kinder schützen durch Stärkung der Eltern

„Das Angebot hat uns nach vorne gebracht“. Eine Teilnehmerin aus der Gruppe bringt es schnell auf den Punkt. „Bereits nach dem ersten Treffen bin ich anders an manche Dinge heran gegangen.“ Jetzt, nach zehn Gruppentreffen, sind sich alle einig: Die positiven Auswirkungen auf das Leben zuhause sind deutlich spürbar, bei Eltern und Kindern.

Psychisch belastende Familiensituationen mit all ihren Ausprägungen haben schwerwiegende Folgen insbesondere für die psychische Gesundheit von Kindern. Ziel des Projektes „Kinder schützen durch Stärkung der Eltern“ ist der Erhalt und die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Familien mit psychisch- oder suchtkranken Eltern.

Die Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen ist mit der Ambulanten Jugendhilfe sowie der Kontakt- und Beratungsstelle Kooperationspartner des Instituts für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn in einem NRW weit laufenden Projekt. Gefördert wird das Kooperationsprojekt durch die Initiative "Starke Seelen" des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bei psychisch- und suchtkranken Eltern sammeln sich häufig viele individuelle, familiäre und soziale Belastungsfaktoren im Alltag, die durch Schutzfaktoren nicht ausreichend kompensiert werden können. Zusätzlich sind in diesen Familien oftmals Schutzfaktoren schwach ausgeprägt oder aufgrund der Erkrankung nicht verfügbar und mobilisierbar. Bei psychisch kranken und suchtkranken Eltern besteht daher ein erheblich erhöhtes Gefährdungspotenzial für Misshandlung und Vernachlässigung mit gravierenden Folgen für die Entwicklung der Kinder.
An diese wissenschaftlich fundierten Grundlagen anknüpfend, entwickelte Prof. Dr. Albert Lenz im Rahmen des Kooperationsprojektes ein Gruppenprogramm zur Stärkung von Ressourcen psychisch kranker und suchtkranker Eltern. Durch Stärkung ihrer Ressourcen sollen Eltern im Umgang mit Stress und Belastungen, negativen Gefühlen und Befindlichkeiten frühzeitig gefördert werden, damit sich eine Gefährdung des Kindeswohls nicht entwickelt.
Das Gruppenprogramm "Ressourcen der Eltern stärken" wird in der zurzeit laufenden Modellphase NRW-weit von kooperierenden Einrichtungen praktisch erprobt und vom Projektteam begleitet und evaluiert.

Auch in Datteln hat die Diakonie zehn Gruppentreffen durchgeführt. Angesprochen waren Eltern/Alleinerziehende aus der Familienhilfe sowie der Kontakt- und Beratungsstelle. Begonnen hat das Programm am 13.09.2016 und ist jetzt beendet.

Erfolgreiche Bilanz
„Wir haben die Rückmeldung von den Teilnehmenden, dass sie im Kurs gute Anregungen zur Bewältigung des häufig anstrengenden Alltag erhalten haben“, sagt Maria Aust-Andreo von der Ambulanten Jugendhilfe. „Besonders wichtig war ihnen, dass sie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen hatten, die ihre Situation verstehen“, ergänzt Angela Bierögel aus der Kontakt- und Beratungsstelle. Beide Begleiterinnen finden, dass solche Angebote zur Begleitung von psychisch belasteten Eltern sehr wichtig sind. „Es geht immer auch um die Kinder. Sie sollen möglichst unbelastet aufwachsen können.“

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