Projekte-Übersicht
Das Referat Teilhabe und Inklusion unterstützt in der Gestaltung und Umsetzung von Angeboten, Projekten und Bündnissen, die Teilhabe fördern, einstellungs- und umweltbezogene Barrieren beseitigen und die Wahrnehmung und Akzeptanz der menschlichen Vielfalt adressieren. Durch einen Projektcharakter können Ideen und Maßnahmen umgesetzt werden, die zur Teilhabe aller beitragen. Einige Beispielprojekte, an denen das Referat für Teilhabe und Inklusion beteiligt ist, sind hier aufgeführt.
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WE:DEVELOP – Gemeinsam Werkzeuge für echte Teilhabe entwickeln
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VIDI (Vielfalt im Dialog)
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InBeKo - In Bewegung kommen - in Bewegung bleiben
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KARLA - Kommunikationsassistenz in relevanten Lebensbereichen für Alle
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Coping - Chancengerechte, Offene und Peer-Integrierte Gesundheitsbegleitung
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RentAble - die Bibliothek der digitalen Dinge
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B-Fair: Barrierefreie Beratung für eine faire Teilhabe einfach für Alle
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T-Time - Zeit für Teilhabe
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Reden verbindet - Inklusionscafé
WE:DEVELOP – Gemeinsam Werkzeuge für echte Teilhabe entwickeln
Wie können Organisationen so gestaltet werden, dass Menschen wirklich mitbestimmen können?
Das Projekt WE:DEVELOP geht dieser Frage ganz praktisch nach.
Denn viele Beteiligungsformate werden zwar als partizipativ beschrieben, sind für viele Menschen jedoch nur schwer zugänglich.
WE:DEVELOP recherchiert daher gemeinsam mit Menschen mit kognitiven Teilhabebeeinträchtigungen - in Rolle von Co-Forschenden - bestehende Methoden, bewertet diese, nimmt ggf. Adaptionen vor und bündelt die Ergebnisse schließlich zu einer barrierefreien, praxistauglichen Toolbox für inklusive Projekt- und Organisationsentwicklung in unterschiedlichen Praxisfeldern.
Sodann wird die Toolbox nicht nur für Menschen mit Teilhabebeeinträchtigungen entwickelt, sondern gemeinsam mit ihnen. Ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen prägen die Entwicklung der Toolbox von Anfang an.
Die im Projekt entstehende Toolbox soll deshalb dauerhaft nutzbar sein – für Fachkräfte, Organisationen und Initiativen. Sie unterstützt dabei,
- Projekte partizipativer zu gestalten
- Organisationsentwicklungsprozesse inklusiver auszurichten
- Beteiligung strukturell zu stärken
- und Selbstbestimmung zu fördern.
Langfristig sollen Menschen mit Teilhabebeeinträchtigungen selbst zu Expert*innen für partizipative Methoden werden. Perspektivisch können sie Inhalte der Toolbox weitervermitteln – etwa an andere Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche oder an Fachkräfte in sozialen Organisationen.
So entsteht ein Transfer von Wissen und Erfahrung, der Beteiligung weit über das Projekt hinaus stärkt.
Die Umsetzung von WE:DEVELOP wird durch Fördermittel der Soziallotterie GlücksSpirale ermöglicht und schafft den Rahmen, um innovative Beteiligungsformate zu erproben und nachhaltige Instrumente für mehr Teilhabe zu entwickeln.
Projektpartner*innen: TU Dortmund
Förderer: GlücksSpirale
Laufzeit: 01.03.2026-28.02.2027
VIDI (Vielfalt im Dialog)
Wir entwickeln einen innovativen, partizipativen Ansatz, um gesellschaftliche Vielfalt sichtbar, diskursfähig und inklusiv zu gestalten – insbesondere auch im digitalen Raum.
- Zentrales Element ist eine hybride Diversity-Toolbox mit modular einsetzbaren Checklisten, Schulungsmodulen und Best-Practice-Beispielen.
- Fachkräfte der sozialen Arbeit stärken ihre diskriminierungskritische Haltung und Handlungskompetenz im Umgang mit Vielfaltsdiskursen, insbesondere auch in sozialen Medien.
- Menschen mit diskriminierungsfähigen Vielfaltsmerkmalen werden in ihrer medialen Selbstrepräsentation empowert und in der aktiven Mitgestaltung digitaler Diskurse unterstützt.
- Kommunale Behörden erhalten eine strategische Grundlage zur nachhaltigen Entwicklung einer vielfältigen Stadtgesellschaft.
Projektpartner*innen: TU Dortmund, Fachdienst Flucht & Integration
Förderer: SozialstiftungNRW
Laufzeit: Januar 2026 – Dezember 2028
InBeKo - In Bewegung kommen - in Bewegung bleiben
Die Wichtigkeit von Sport und Bewegung ist ein Dauerthema in der Prävention von Krankheiten und Erkrankungen und wird an unterschiedlichen Stellen immer wieder betont. Menschen mit komplexen Behinderungen werden jedoch meist von Bewegungsangeboten abseits eines medizinisch-therapeuthischen Kontextes ausgeschlossen. Gründe hierzu sind vielfältig, von beidseitig bedingten Kommunikationsschwierigkeiten, Mobilitätsproblemen über fehlende Ressourcen hin zu der Aussage, ein Bewegungsangebot sei zu risikoreich für die Personengruppe und drohende Gesundheitsrisiken zu groß. An diesen Argumenten setzt das Projekt InBeKo (In Bewegung kommen - in Bewegung bleiben) an. Geleitet vom Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) und begleitet durch das Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS) der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe stellt das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen neben dem Josefsheim Bigge der Josefs-Gesellschaft einen Anwendungspartner dar. Ziel des Projektes ist es, Bewegungsbedürfnisse von Menschen mit komplexer Behinderung erkennbar zu machen und ihre Bewegungsmöglichkeiten zu erweitern. Alltagssituationen, in denen Bewegung stattfinden kann, werden identifiziert und Möglichkeiten zur Bewegung gestaltet. InBeKo ist ein partizipatives Projekt. Von Anfang an sind Menschen mit komplexer Behinderung in die Projektgestaltung einbezogen und treffen gemeinsam alle Entscheidungen über die Inhalte, Ausgestaltung, die adressierten Bedarfe und anzustrebenden Umsetzungsmöglichkeiten mit.
Projektpartner*innen:
- FIBS (Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport)
- BODYS (Bochumer Zentrum für Disability Studies der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe)
- Josefsheim Bigge der Josefs-Gesellschaft
Förderer: Sozialstiftung NRW
Laufzeit: Juli 2024 – Juni 2027
KARLA - Kommunikationsassistenz in relevanten Lebensbereichen für Alle
Viele Menschen kennen es: Man erhält einen Brief von einer Behörde und versteht weder dessen Inhalt, noch inwiefern eine Antwort erforderlich ist oder wie die Tonalität des Briefes zu deuten ist. Insbesondere Menschen mit Behinderung sind hier auf die Unterstützung durch externe Personen oder Übersetzungsgruppen angewiesen. Mit KARLA (KommunikationsAssistenz in Relevanten Lebensbereichen für Alle) kann schwer verständliche Sprache in der Behördenkommunikation in einfache Sprache in kürzester Zeit übersetzt werden. Dies sind die Voraussetzungen (1) für das Verfassen einer selbstbestimmten Antwort, die den eigenen Intentionen gerecht wird und für (2) Rückübersetzungsmöglichkeiten von einfacher Sprache in eine Form von Kommunikation, die von Behörden als angemessen gedeutet wird. Durch die Übersetzung von schwerer in einfache Sprache und zurück wird ein Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung geleistet, insbesondere durch die Stärkung ihrer Selbstbefähigung und Autonomie in der Kommunikation durch Behörden.
Förderer: Deutsches Hilfswerk (Stiftung Deutsche Fernsehlotterie)
Laufzeit: Januar 2024 – Dezember 2026
Coping - Chancengerechte, Offene und Peer-Integrierte Gesundheitsbegleitung
In unserem Gesundheitsbereich gibt es zahlreiche Informations-, Beratungs- & Begleitungsangebote, die Menschen mit psychischer Beeinträchtigung und Behinderung nutzen können. Jedoch sieht die Nutzungspraxis häufig anders aus: Die Vielzahl an möglichen Informationen kann schnell überfordernd sein und die Inhalte sind nicht immer einfach auf die eigene Situation zu übertragen. Hinzu kommen ggf. negative Vorerfahrungen oder erkrankungsbedingte Herausforderungen, die den Zugang zu den Unterstützungsmöglichkeiten zusätzlich erschweren (z. B. Antriebslosigkeit, Ängste und Sorgen).
Um Menschen mit psychischer Beeinträchtigung und Behinderung den Zugang zu und die Nutzung von den Unterstützungsmöglichkeiten zu erleichtern, wird in COPING ein Peer-to-Peer-Beratungskonzept entwickelt und beratende Personen, die selbst eine psychische Beeinträchtigung oder Behinderung haben, zu Peer-Gesundheitsbegleiter*innen und Expert*innen in eigener Sache ausgebildet.
Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder Behinderung wird durch COPING eine beratende Person zur Seite gestellt, die individuell, chancen- und ressourcenorientiert auf ihre Wünsche und Bedarfe eingeht. Dadurch soll ein Beitrag zu einem guten Umgang mit der eigenen Erkrankung durch die Personen geleistet werden, die sich mit der Betroffenheit (z. B. in Form von Symptomen, Vorurteilen und anderen Reaktionen Dritter) und den Möglichkeiten zu dessen Umgang aus erster Hand auskennen.
Förderer: Aktion Mensch
Laufzeit: Januar 2024 – Dezember 2029
RentAble - die Bibliothek der digitalen Dinge
Die meisten Personen kennen die Situation: man möchte ein neues technisches Gerät intensiv ausprobieren, und das am liebsten im eigenen Zuhause, um zu entscheiden, ob sich ein Kauf tatsächlich lohnt. Oder man braucht dringend einen konkreten Gegenstand, allerdings nur für dieses eine Mal und möchte am liebsten auf einen Kauf verzichten. Hier kommt die Bibliothek der Dinge ins Spiel: Durch ein Ausleihsystem können wie in einer Bücher-Bibliothek Dinge ausgeliehen, ausprobiert und wieder zurückgegeben werden - und das ganze ohne Kaufverpflichtung.
Die Bibliothek der Dinge wird im Matthias-Claudius-Zentrum aufgebaut und enthält unterschiedlichste Dinge, beispielsweise Spielekonsolen (PlayStation, Switch), Tablets, Smartphones (z. B. iPhones), einen Dia- und Foto-Scanner, einen Staubsaug-Roboter oder einen 3D-Drucker.
Förderer: Stiftung Elbers
B-Fair: Barrierefreie Beratung für eine faire Teilhabe einfach für Alle
Trotz vorhandener Informations-, Beratungs- & Unterstützungsangebote zeichnen sich im Beratungskontext (sexualisierter) Gewalt bei Frauen mit Lernschwierigkeiten weiterhin Zugangs- und Nutzungshindernisse ab, vor allem aufgrund ihrer unzureichend berücksichtigten Lebenslagen. Häufig sind ihre Lebensumstände von Komplexität und sich überlagender Problemfelder gekennzeichnet, die durch bisherige Angebote nur unzureichend adressiert werden. In B-Fair wird diese Lücke geschlossen, indem vorhandenen Beratungs-, Informations- und Unterstützungsangebote bedarfsgerecht und passgenau von und für Frauen mit Lernschwierigkeiten als Expertinnen in eigener Sache weiterentwickelt werden. Teilnehmende Frauen mit Lernschwierigkeiten werden zu Gewaltbeauftragten in Einrichtungen der Behindertenhilfe qualifiziert und beraten, lotsen und begleiten betroffene Frauen auf Augenhöhe (Peer-to-Peer).
Förderer: Aktion Mensch
Laufzeit: Februar 2022 – Januar 2027
T-Time - Zeit für Teilhabe
Der Zugang und die Nutzung zu medialen Informationsangeboten ist trotz geltender Gestaltungsanforderungen noch immer mit Barrieren und Herausforderungen verbunden. Insbesonder Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Mehrfachbehinderungen sind von diesem (drohenden) Ausschluss betroffen. Um Informationen so aufzubereiten, dass sie möglichst einfach zu verstehen sind und möglichst gut zugänglich, wurde T-Time initiiert. T-Time ist der neue und inklusive Podcast des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Recklinghausen. Wie der Projekttitel bereits erahnen lässt (T steht für Teilhabe, Time bedeutet Zeit), stellt ein inklusives Projektteam gemeinsam mit unterschiedlichen Gästen teilhabebezogene Projekte aus dem Diakonischen Werk vor, von denen die Zuhörenden profitieren können. Beispielsweise können dies Projekte, Aktionen und Bündnisse aus Praxis und Wissenschaft sein, die aktuell Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft bieten. Der Podcast ist offen für alle Personen, die selbst ein teilhabebezogenes Informationsangebot einbringen möchten. Zusätzlich wird in kleinen Wissenshappen ein aktuell relevantes Thema kurz und bündig erklärt (bspw. aktuelle Gesetzesänderungen, Antragsthemen oder Aktuelles wie die Frage, was bei einem Streik von Bus und Bahn zu tun ist).
Umsetzung: Ev. Familienbildung
Förderer: Aktion Mensch
Reden verbindet - Inklusionscafé
Die Beispiele skizzieren die vielfältige Bedarfslage der Zielgruppen für offene, niedrigschwellige Sprach-Übungsräume und Interaktionsangebote , zu denen im Projektvorhaben Menschen mit Behinderung zählen, die z.B. durch räumliche Barrieren an regulären Angeboten nicht teilnehmen, mit psychischen Beeinträchtigungen (z.B. PTBS), die sozial isoliert sind oder deren Status nicht geklärt ist.
Ferner zeigen sie die Bedeutsamkeit eines Zugang zu lebensweltnahen Sprachangeboten für Teilhabe insgesamt: Sprachfähigkeit ermöglicht es, Bedürfnisse zu kommunizieren, Beziehungen aufzubauen, Zugang zu Informationen und Dienstleistungen zu erhalten.
Ziel der Inklusionscafés ist es, ein niederschwelliges, alltags- und lebensweltorientiertes Angebot zu machen, das gem. mit der Zielgruppe entwickelt wird, um
- sprachbedingte Barrieren im Zugang zu weiteren Netzwerken & Unterstützungsangeboten abzubauen,
- soziale Isolation zu verringern,
- Selbstbestimmung zu fördern
- individuelle Unterstützung bei persönlichen Anliegen (bspw. Behördengesprächen) zu geben und
- Peer-basierte-Netzwerke zur Selbsthilfe aufzubauen.
Dafür werden mit der Zielgruppe:
- Angebotsideen und -formate mittels partizipativer Methoden (u.a. Photovoice, um Alltagsbarrieren & Bedarfe festzuhalten) in offenen Workshops, die u.a. das Quartier Waltrop in Kooperation mit der Jugendhilfestation Waltrop anbietet gesammelt und im Anschluss (Monat 1-2)
- priorisiert mindestens zu 3 Ideen ausgestaltet (Monat 3-6), um
- diese mittels Testphasen zu bewerten, weiterzuentwickeln und zu verstetigen (Monat 6-12).
Die niedrigschwellige und lebensweltorientierte Entwicklung von Sprach-Übungsräume, baut sprachbedingte Barrieren ab, verringert soziale Isolation und fördert Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.
Förderer: Aktion Mensch
Laufzeit: September 2025 – August 2026