Tagespflege in der Abendsonne - Teil 1
26.02.2026
Es ist eine bunte und jeden Tag anders zusammengesetzte Truppe, die morgens im Recklinghäuser Haus Abendsonne zusammenkommt. Manche der Senioren*innen kommen täglich, andere nur an ein oder zwei Tagen in der Woche, die eine trägt eine dunkelgraue Strickjacke, die andere rote Haare und einer der beiden Männer an diesem Donnerstag Morgen einen rot-blau geringelten Pulli.
Kurz vor acht holt der Chauffeurdienst die Besucher*innen ab und fährt sie quasi direkt an den Frühstückstisch. Danach wechselt die Gruppe vom Esstisch in die Sitzgruppe zur Morgenrunde. Nach einem gemeinsamen Lied und ein paar Lockerungsübungen erzählt jede/r, was gerade anliegt. Patrick Gollan fragt nach, ermuntert und greift schließlich zur Tageszeitung. Der Betreuer liest vor und es entsteht ein reger Austausch über Gott und die Welt. Manchmal unternimmt die Gruppe auch Ausflüge in die nähere Umgebung – dann unterstützt der Freiwilligendienstler Max Brehm den Tagesbetreuer. Nach Mittagessen und Kaffeetrinken geht es zurück in die vertraute Umgebung.
Karl Ostermann ist seit September 2025 regelmäßiger und begeisterter Gast der Tagespflege. „Da habe ich quasi meine Frau abgelöst, die vor mir schon hier war und in die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz im Elper Weg gewechselt ist.“ Drei mal in der Woche besucht er sie dort, die Mon- und Donnerstage verbringt er in der Tagespflege. Der 90jährige ist froh, dass er noch zu Hause leben kann, unterstützt von seinen Töchtern, die sich im Home office abwechseln. „Mir gefällt das Miteinander in der Tagespflege, hier trifft man unterschiedliche Menschen, mit denen man sich gut unterhalten kann. Ich bekomme Unterhaltung und Denkanstöße – ich bin zufrieden“.