10 Jahre Ambulanter Hospizdienst Oer-Erkenschwick

2016 hat der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen den Aufschlag gemacht:  Zunächst koordinierte Pfarrer Ulrich Radke die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen, bevor der Dienst Ende 2021 in die Trägerschaft des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen überging.

Seitdem ist Dagmar Podworny gleichermaßen Ansprechpartnerin für Schwerstkranke und ihre Angehörigen, aber auch für die Ehrenamtlichen. Die Koordinatorin organisiert die monatlichen Treffen, Fortbildungen und sogenannten Befähigungskurse, zusammen mit anderen vermittelt sie medizinisches, soziales, ethisches, psychologisches und juristisches Grundwissen für die Begleitung von Sterbenden.

Am Ende dieses Jahres werden 50 Ehrenamtliche diese Fortbildung absolviert haben; derzeit nehmen 13 Frauen und Männer an einem solchen Kurs teil. In den letzten zehn Jahren haben 195 Menschen, teilweise auch ihre Familien, beim AHD Hilfe gesucht und gefunden. In der Regel besuchen die Hospizbegleiter*innen die Schwerstkranken ein bis zweimal pro Woche, die Dauer und den Inhalt der Besuche bestimmen die Sterbenden.

Anna-Maria Möller ist eine von ihnen. Wie so viele andere Ehrenamtliche wird sie oft gefragt „Wie hältst Du den Umgang mit Tod und Sterben aus?“  Ihre Antwort: „Ich hatte einige Schicksalsschläge, vielleicht hat mich das resilient gemacht. Ich lasse mich auf jede Situation ein.“ Die 76jährige erinnert sich an eine Situation im Recklinghäuser Haus Abendsonne. „Der Sterbende war schon halb weg, aber auch noch halb da. Das war fast schon eine mystische Begegnung."

Elke Bending ist vor zehn Jahren durch ihre Tätigkeit in der Krankenpflege zur Hospizarbeit gekommen. „Eine Patientin sagte am Ende meiner Schicht: ,Schwester Elke, wir sehen uns nicht mehr‘. Da hatte ich ein ungutes Gefühl. Wir sprachen ein Vater-unser, aber medizinische Hilfe wollte sie nicht mehr. Da wurde mir klar, dass wir Menschen brauchen, die in so einer Situation begleiten.“

So eine Begleitung kann sehr unterschiedlich aussehen. Martina Hinze macht gute Erfahrungen mit einer Klangschale und dem Zupfinstrument Sansula. Manchmal liest sie auch Gedichte vor oder massiert die Hände der Schwerstkranken, „das beruhigt die meisten“.

Darüber hinaus bietet der AHD allgemeine Beratungsgespräche - auch ohne konkreten Begleitungswunsch -  an. Ein weiteres Standbein ist die 2022 ergänzte Trauerarbeit. Dazu lädt der Dienst an jedem dritten Donnerstag im Monat zum offenen Trauercafé ins Matthias-Claudius-Zentrum. Anmeldungen sind nicht erforderlich – jede und jeder redet über das, was ihr oder ihm wichtig ist, oder auch gar nicht, wenn das der Wunsch ist.

Diese sinnvolle und sinnstiftende Arbeit wird am Freitag, den 19. Juni mit einem kleinen Festakt im Matthias-Claudius-Zentrum gefeiert. Zur anschließenden Vorstellung des Improtheaters Emscherblut sind alle Interessierten eingeladen.

     Improtheater Emscherblut

     im Rahmen der Feier 10 Jahre Ambulanter Hospizdienst Oer-Erkenschwick

     Freitag, 19. Juni 2026, 18 Uhr

     Matthias-Claudius-Zentrum, Halluinstr. 26, 45739 Oer-Erkenschwick

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