Schuldnerberatung nimmt P-Konto ins Visier
Bundesweite Aktionswoche 15. - 19. Juni 2026
P-Konto steht für Pfändungsschutzkonto. Menschen, die verschuldet sind und deren Konten gepfändet werden, sollen mit diesem Konto ihre Existenz absichern. Das P-Konto sorgt dafür, dass lebenswichtige Ausgaben für Miete, Energieversorgung, Lebensmittel und Medikamente nicht gepfändet werden. So die Idee. Die Praxis sieht allerdings oft anders aus: „Konten werden verspätet umgewandelt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben blockiert oder zusätzliche Hürden aufgebaut“, sagt Roman Schlag, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatungen.
Insider übersetzen P-Konto dann auch oft mit „Problemkonto“. Darauf möchten die Schuldnerberatungen mit der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche (15. – 19. Juni 2026) aufmerksam machen. Erst durch eine verlässliche Beratung werden die Betroffenen in die Lage versetzt, eigene Rechte und Fehler in der Behandlung ihrer Pfändungsschutzkonten wahrzunehmen und dagegen zu protestieren. Diese Arbeit ist in Gefahr, weil die Beratungsangebote überlastet und in Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend gegenfinanziert sind.
„Die Ausstellung von P-Konto-Bescheinigungen ist für uns mit einem hohen fachlichen und personellen Aufwand verbunden, für den wir als gemeinnützige Beratungsstelle im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern kein Entgeld nehmen“, berichtet Katja Immel von der Schuldnerberatung der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen. Das P-Konto werde von vielen falsch eingeschätzt. „Wer ein Pfändungsschutzkonto hat, muss sich fortlaufend darum kümmern und z.B. Freibeträge erhöhen lassen – man kann es nicht einfach so laufen lassen“, mahnt die Schuldnerberaterin und Juristin.