Anti-Diskriminierungsarbeit made by Diakonie
14.09.2026
Frank Armoneit kennt sie alle. Alle Formen der Diskriminierung - aufgrund von Alter, Krankheit, Behinderung, Geschlecht, sexueller Orientierung, aus rassistischen und religiösen Motiven. Er kennt sie nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus der täglichen Arbeit. Der Diplom-Pädagoge arbeitet zusammen mit seinen Kolleg*innen Martin Dienberg und Verena Wisniewski in der Beratungsstelle für Anti-Diskriminierungsarbeit (ADA) in Herten. Träger ist die Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen. Jetzt hat die ADA ihren Jahresbericht 2025 vorgestellt.
Danach sind antimuslimischer und antischwarzer Rassismus besonders stark vertreten. Einzelne Stellen des ADA Netzwerks in NRW haben sich auf bestimmte Formen von Diskriminierung spezialisiert – im Kreis Recklinghausen kümmert sich das Team um alle Formen von Diskriminierung und leitet die Hilfesuchenden ggf. an die Spezialisten weiter, unterstützt von dem Modellprojekt „juristische Begleitung“.
Apropos Juristisches: Am 1. Oktober tritt in NRW das neue Landesantidiskriminierungsgesetz in Kraft, auf das Armoneit große Hoffnungen setzt. Es schließe bestehende Gesetzeslücken und schaffe eine bessere Grundlage, um die Rechte und Interessen der Ratsuchenden durchzusetzen. Allerdings bedauert der Berater, dass einzelne Behörden wie kommunale Ausländerbehörden und das Bürgerbüro nicht unter das Gesetz fielen.
Außerdem fordert Armoneit, dass Menschen und Institutionen, von denen Diskriminierung ausgeht, verpflichtet werden, mit den Beschwerdeführenden Kontakt aufzunehmen. Bislang würden viele Beschwerden einfach ignoriert und ausgesessen. Hilfreich wäre auch ein Fonds oder eine Stiftung, die die Prozesskosten für Diskriminierungsfälle übernimmt. Von den Kommunen wünscht er sich, dass sie ihre Ermessensspielräume häufiger zugunsten der Ratsuchenden nutzen.