Jubiläum, Abschied und neuer Input – Frauenpower im Glashaus

Die Entscheidung, das 40jährige Jubiläum der Frauenhäuser mit der Verabschiedung von deren langjähriger Leiterin Karin Hester zu verbinden, war genau richtig. So hatte das Vorbereitungsteam ein mehrstündiges, aber kurzweiliges Programm auf die Beine gestellt, bei dem sich Informationen, Emotionen, politische und persönliche Rückblicke die Waage hielten. Die frischgebackene Ruheständlerin führte einfühlsam durch die Veranstaltung im gut gefüllten Glashaus. Jede Rednerin und jeden Vortragenden stellte sie so aufmerksam und sympathisch vor, als ob er oder sie im Mittelpunkt steht.

Grußworte kamen von der stellvertretenden Bürgermeisterin, den Referentinnen für Familie und Junge Menschen bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Herten. Weggefährtinnen erinnerten sich. Mitarbeiterinnen packten einen Koffer mit Geschenken und Symbolen, die für Karin Hester stehen: ihre menschliche Nähe, Einfühlsamkeit und Kreativität bei der Lösung von Problemen, gepaart mit einem Sinn für das Geschäftliche (in ihrem früheren Leben war sie Unternehmensberaterin), ihr Händchen für Sponsor*innen und Sturheit, wo sie Not tut. Sie arbeitete gleichermaßen als Lobbyistin und wenn’s drauf an kam im operativen Geschäft der Frauenhäuser.

Karin Hester hat das Feld gut bestellt – ihre bisherige Stellvertreterin Julia Rosenkranz wird den Bereich Frauenhäuser (Datteln und Herten) übernehmen und gab sogleich einen historischen Überblick. Janet Orlando, Leiterin des Projekts B-Fair, leitet ab sofort die Hilfen für Frauen (mit Frauen- und Schwangerenberatung sowie Prävention sexueller Gewalt) und Carolin Pukallus vom Heilpädagogischen Zentrum ist die Schnittstelle zum Geschäftsfeld.

Geschäftsführerin Christa Stüve führte dann durch die festliche Verabschiedung und ließ die beruflichen Stationen von Karin Hester Revue passieren. „Sie hat eine unfassbare Erfahrung in der Unterstützung von Frauen. Ein Grund, warum sie sich vor neun Jahren für die Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen entschieden hat, ist, dass hier Führung von Frauen gelebt wird.“

Aber der Nachmittag und Abend im Hertener Glashaus war noch ein bisschen mehr als ein Jubiläum und blumenreicher Abschied, versüßt vom Hausservice der Diakonie im Recklinghäuser Elper Weg. Da auch die Hertener Frauenkulturtage ihr 40jähriges feierten, wurde im Rahmen der Veranstaltung eine Wanderausstellung mit Frauenportraits eröffnet: „Vom alten um neuen Rahmen. Frauen im Wandel“. Der Fotograf Andreas Groth hat zusammen mit Karin Hester das Vertrauen von ehemaligen Bewohnerinnen der Frauenhäuser gewonnen und Bilder von ihnen gemacht, die mimisch und gestisch ihre veränderung widerspiegeln, den Gewinn an Selbstbewusstsein durch die Zeit im Frauehaus. Der Stuhl als einziges Utensil auf den Bildern ist Zeuge – für einen positiven Wandel. Die Ausstellung ist ab dem 18. März für vier Wochen im Hertener Rathaus und anschließend zwei Monate im Dattelner Rathaus zu sehen. Danach können die Bilder gerne ausgeliehen werden.

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