Mensch und Tier im Quartier. Ein ungewöhnliches Projekt mit Perspektive.

Lebenswege sind nicht immer gerade. Diese Erfahrung haben auch die Teilnehmenden im Projekt „Mensch und Tier im Quartier“ gemacht. Sie sind lange Zeit arbeitslos gewesen, bringen gesundheitliche Einschränkungen mit.

Das Projekt, getragen vom Jobcenter Kreis Recklinghausen in den Städten Oer-Erkenschwick, Datteln und Waltrop, durchgeführt von der Umwelt-Werkstatt der Diakonie, unterstützt Menschen auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt. „Das muss nicht sofort ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz sein“, sagt Eva Maria Behnke-Linek, Bezirksstellen-Leiterin des Jobcenters in Oer-Erkenschwick. „Wichtig ist, dass Menschen wieder Perspektiven gewinnen und Mut fassen, ihr Leben zu gestalten. Alles andere kommt dann in den nächsten Schritten.“

MuTiQ – könnte also auch für mutig stehen. Hinter dem Projekttitel steckt ein ganz kreativer Zugang zu den Teilnehmenden. „Der Umgang mit Tieren fällt vielen Menschen relativ leicht“, weiß Kirstin Löchner, Projektmitarbeiterin der Diakonie zu berichten. Das ist zunächst einmal ein guter Einstieg, um wieder Anschluss an die Regelmäßigkeiten im Arbeitsleben zu bekommen. Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen und die Entwicklung von Eigeninitiative folgen dann recht schnell. Im Projekt „Mensch und Tier im Quartier“ werden viele Fähigkeiten benötigt. Neben dem Umgang mit den Tieren, Organisationstalent und die richtige Ansprache von Menschen.

Mit den Kleintieren, die zum Projekt gehören, sind die Teilnehmenden unterwegs in Altenwohn- und Pflegeheimen. Mit den Tieren bringen sie gute Laune in die Einrichtungen und auch Wissen über den richtigen Umgang mit den Tieren.

Ein zweites Standbein im Projekt sind die drei Bienenvölker. Die Teilnehmenden erweitern ihr Wissen über die Bedeutung der Bienen für die Umwelt. Sie erlernen alles rund um die Pflege eines Bienenvolkes und, nicht ganz unwichtig, die Ernte des Honigs. Rund 20 kg wurden im vergangenen Jahr geerntet, in kleine Gläser abgefüllt und bei verschiedenen Gelegenheiten abgegeben. Ein schöner Erfolg – auch und besonders für die Teilnehmenden im Projekt. Auch im Tierschutzverein arbeiten Teilnehmende aus dem Projekt mit.

Die Vielfalt der Aufgaben bringt die individuellen Fähigkeiten hervor und macht Mut, die nächsten Schritte auf dem Weg ins Arbeitsleben anzupacken. Ein Projekt mit Perspektive!

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